
aufgenommen im Museum auf der Bleder Burg
Respekt
Wenn ich im Lexikon unter
dem Wort Respekt nachschlage, steht da unter anderem: Achtung
Ich interpretiere dies als Achtung vor jemanden oder etwas, ohne das
oder die Person ganz oben anzusiedeln. Einfach nur eine normale Achtung einer
Person, so wie ich selbst eben auch geachtet werden möchte. Nicht umsonst heißt es in einem Sprichwort: "Was Du nicht
wünschst, dass man Dir tut - das füge auch keinem anderen zu!"
Um etwas oder jemanden zu respektieren, muss ich es, sie, ihn aber erst
einmal akzeptieren. Und da fängt meiner Meinung nach das Problem schon an.
Leider gibt es doch sehr vieles, was die Menschen nicht akzeptieren. Der eine akzeptiert keine Dicken. Der andere akzeptiert keine Dummen.
Der nächste akzeptiert keine Ausländer. Der übernächste hat was gegen Tiere,
usw. ...
Solange wir solche immensen Probleme alleine schon mit der Akzeptanz
haben, werden wir auch immer unsere Probleme mit dem Respekt haben.
Reduzieren wir jetzt das ganze mal auf die Menschen.
KEIN Mensch ist perfekt. Aber jeder hat irgendetwas Positives oder Liebenswertes an sich. Leider machen wir uns oft nicht die Mühe, dies zu
suchen. Und das ist wirklich schade. So entgeht uns doch manche Freundschaft
oder zumindest manches schöne Erlebnis.
Warum fällt es uns nun schwer jemanden zu akzeptieren, der anders ist.
Da habe ich nun einige Theorien. Ob diese richtig sind, weiß ich auch
nicht. Aber da dies hier eine Meinungsplattform ist, schreibe ich einfach mal
einige davon hier auf.
1. Meistens ist der andere gar nicht so anders. Oft ist er uns
vielleicht sogar ganz ähnlich. Das erschreckt uns nämlich viel mehr, als das
anders sein. Denn ein ähnlicher Mensch, weist uns doch viel mehr auf unsere
eigenen Unzulänglichkeiten hin.
2. Das Andere ist nicht schlechter. Aber es ist uns fremd. Und vor
fremden haben wir erst einmal eine ganz natürlich Angst. Vielleicht sollten wir
genauer hinschauen. Dann würden wir nämlich merken, dass uns der Andere die
Hand reicht und uns gerne erklären würde, warum er so ist wie er ist.
3. Anderes oder andere sind interessant. Viele werden darauf aufmerksam
und wir treten in den Hintergrund. Das wiederum kann dazu führen, das unser Ego
verletzt wird.
Aber wer sagt uns denn, das wir nicht auch ANDERS für die anderen sind?
Letztendlich ist es doch schön, wenn Viele so anders sind. Macht es
doch unsere Welt bunt und farbenfroh.
*****
Jetzt bin ich wieder mal vom Eigentlichen was ich schreiben wollte ganz
abgewichen.
Noch mal zurück zum Respekt.
Vielleicht würden wir uns auch leichter tun, andere zu respektieren,
wenn wir endlich mal lernen würden, uns selbst zu respektieren. Es reicht doch
schon, dass andere auf uns rumhacken. Müssen wir uns selbst auch noch fertig
machen?
Zu den eigenen Fehlern, Schwächen und Stärken stehen. Das ist
letztendlich wichtig. Denn nur wenn ich dazu stehe, kann ich mich respektieren
und was ändern. Und wenn ich mit mir selbst im Klaren bin, kann ich sehr leicht
andere respektieren.
Mache ich im Umgang mit dem Anderen, einen Fehler, dann kann ich mich
entschuldigen.
ABER,
wirklicher Respekt vor einem anderen . . .
heißt . . .
sich so zu verhalten,
um nie in die Lage zu kommen,
sich entschuldigen zu müssen.