Unsere Gruppe
























Im August 2008 war ich mit einer Gruppen von 30 Personen, hauptsächlichJugendliche und einige Erwachsene in der Communauté de Taizé. Die Fahrtging vom Dekanat Neunburg vorm Wald/Oberviechtach aus und gut zweiDrittel der Teilnehmer waren zum zweiten Mal dabei.


Für mich war es jedoch das erste Mal und jeder, den ich vorher fragte,sprach voller Begeisterung über Taizé, aber keiner konnte es mir sorichtig beschreiben. Im Nachhinein ist mir klar, dass man es einfachselbst erlebt haben muss.

Ich war auf jeden Fall mit Sicherheit nicht das letzte Mal dort!

Einzelheiten:
Wir sind mit dem Bus gefahren, wie sehr viele andere Gruppen auch. Aberauch mit Autos ist Taizé leicht erreichbar und es gibt auch genügendParkplätze. Eine Bushaltestelle steht quasi direkt vor der Taizé und sokoennte man auch nach Cluny reisen und dort mit dem Bus nach Taizéweiter fahren.

Taizé ist sehr günstig. Eine WocheVollpension und Zeltplatz (ich hatte mein eigenes Zelt dabei) und dieBusfahrt dazu, kostete mich nur 150 Euro. Jetzt darf man sich aberunter Vollpension kein Luxushotel vorstellen und darauf wird auchhingewiesen. Es braucht schon einen Hang zum Abenteuer und eine SpurIndividualismus, wenn man als Erwachsener - der sonst eher in3-5-Sterne-Hotels übernachtet, den Weg nach Taizé auf sich nimmt. Aberman fährt auch nicht nach Taizé, um ein Luxusleben zu fuehren. Übernachten kann man entweder in Baracken, gemieteten Zelten oder manbringt ein eigenes Zelt mit.
Das Essen ist nahezu fleischlos, aber gesund und sehr nahrhaft.Morgens, mittags und abends stellt man sich schön in mehreren Reihen anund bekommt nach einem gemeinsamen Lied sein Essen zugeteilt. Es gibtgrundsätzlich nur Löffel und man lernt so recht schnell, was zustreichen oder zu schneiden ist, dies mit dem Löffelstiel zu machen.Für das Getränk (Tee, Kaffee, Milch, Kakao und Wasser), dass man sich(außer dem Wasser) selbst zusammen mischt, gibt es diese typischenfranzösischen Schüsselchen. Zum Frühstück gibt es neben Baguette,Margarine und Schokolade. Beim Abendessen gab es gemischt mal Reis-,Nudel- und Kartoffelgerichte, dazu Nachspeise (was Sueßes und auchObst). Mir hat es vollends gereicht und die Hälfte meines Nachtischeshab ich sogar meist abgegeben. Fuer diejenigen, denen es nicht reichteoder nicht schmeckte gab es einen Kiosk, wo man zu bestimmten ZeitenPizza, Kaffee, Knabbereien etc. kaufen konnte.

Damit dies alles so günstig ist und auch die Organisation passt, istMithilfe gefragt. Egal ob bei den Jugendlichen oder bei den Erwachsenenwurden Dienste eingeteilt. Da gibt es dessen Essen-Verteil-Team, dasRunning-Team (sie tragen die benutzten Teller etc. den Leuten zumSpülen nach), das Spül-Team und das Zelt-Reinigungs-Team. Bei denJugendlichen gab es auch den Toiletten-Putzteam, um die ich unsereJungs und Mädels nicht gerade beneidet habe. Unsere Erwachsenen-Gruppewar immer abends zum Zeltreinigen dran. Gestört hat die Arbeitniemanden, denn es wurde dabei gesungen und gelacht und es hielt dieLeute zusammen.

Täglich gab es vormittags durch einen der Brüder einen Impuls(Bibeleinführung), der dann nachmittags in den Kleingruppen (die danngleichzeitig auch je ein Arbeitsteam waren) durchgesprochen wurden. AlsJugendliche gelten in Taizé eigentlich alle von 15 - 29 Jahren. Diedürfen auch öfters im Jahr kommen, während alle über 30 nur einmal imJahr kommen dürfen. Bei den Impulsen wurde das aber nochmal aufgeteiltin verschiedene Altersgruppen. Gerade bei den jungen Leuten wurde auchangeraten, internationale Gruppen zwecks der Völkerverständigung zubilden und obwohl Taizé in Frankreich ist, hat man doch mehr Englischals Französisch gehört.

Wer nach Taizé fährt, der begibt sich auf den 'Pilgerweg desVertrauens'. Man ist auf der Suche nach Christus und auch nach sichselbst bzw. nach eventuellen neuen Wegen. Dreimal am Tag finden sichzwischen 4000 und 5000 Menschen in der Versöhnungskirche ein. Davonsind gut 4500 Jugendliche.
JA, die gehen dahin, obwohl es freiwilligist und obwohl angeblich bei so vielen jungen Menschen Kirche verpöhntist. Aber es ist schon eine besondere Atmosphäre in derVersöhnungskirche, die nach und nach immer wieder vergrößert wordenist. Bänke gibt es hier keine, man sitzt auf dem Fußboden. Es wirdGottesdienst gefeiert, miteinander gebetet, gesungen und geschwiegen.
Und nun hab ich das gleiche Problem wie alle die, die ich vorherfragte. Ich kann nur sagen, es ist eine faszinierende Atmosphäre. Aberich kann es nicht wirklich beschreiben. Es ist schon ein tolles Bild,wenn die Brüder einmaschieren und ihren Platz in der Reihe (in derMitte) der Kirche einnehmen. Frère Alois, der Nachfolger von FrèreRoger macht es diesem gleich und freut sich immer immens, wenn diekleinen Kinder (bei Familien dürfen auch jüngere Kinder dabei sein) zuihm kommen und wenn die Brüder am Ende wieder in der Reihe aus derKirche gehen, da nimmt er die Kleinen an die Hand und sie dürfen ihnbegleiten. 'Da möchte man wieder Kind sein', hab ich zu ihm einmalgesagt, als ich mich von ihm segnen ließ und er lächelte mich an undsagte 'wir sind doch alle Kinder'.
Abends, während viele in der Kirche in der Kirche bleiben und weitersingen, stellen sich die Brüder zum Beichten und/oder Gesprächen zurVerfügung. Dies geschieht in der Kirche, im Stehen, während rundherumdie Verbliebenen sitzen. Frère Alois steht jeden Abend am gleichenPlatz und man kann sich von ihm segnen lassen.

Kommt man in Taizé an, sieht man erst einmal Chaos. Aber schon nach einpaar Stunden merkt man die Organisation dahinter. Wem aber dieMenschenansammlung zuviel sind, der kann sich tagsüber auch in den'Garten der Stille' zurück ziehen. Das ist ein sehr schönes, großesGelände mit viel Wiese, einen kleinem See mit Wasserfall und einfachviel Natur. Wer nach der Kirche am Abend noch Lärm braucht, der geht inden Oyak. Dort ist auch der Kiosk, dort trifft sich die Jugend. Es wirdgelacht, geschrieen, gesungen und dient der Völkerverständigung. Ab23.00 Uhr ist jedoch Nachtruhe und diese wird auch von Jugendlichenkontrolliert.

Überhaupt übernehmen hier Jugendliche aus allen Ländern sehr vieleAufgaben. Das sind diejenigen, die länger als eine Woche bleiben (dienormalerweise am Sonntagabend beginnt und am Sonntag darauf nach demGottesdienst endet). Manche bleiben eine Woche länger und einige sindsogar ein paar Monate dort. Das ist dann mit den Brüdern abgesprochen.

Neben Vorträgen und Workshops gibt es auch internationale Treffen, beiden Jugendliche Typisches fürr ihr Land zeigen und es gibt dieLändertreffen, wo sich in unserem Fall alle aus Deutschland trafen.Hier haben dann die Jugendlichen verschiedener Bundesländer etwasTypisches zum Besten gegeben. Wir hatten einen Akkordeonspieler inLederhose dabei, der zum Tanz aufspielte. Die Sachsen machten ein Quiz über ihre Gegend.

Gegründet wurde die Communauté de Taizé von Frère Roger, der am 16.August 2005 beim Abendgebet in der Versöhnungskirche von einerpsychisch kranken Rumänin mit einem Messer tödlich verletzt wurde. SeinAnliegen war zeitlebens die Versöhnung der christlichen Konfessionen.Sein Lebensziel 'Lieben und es mit seinem Leben sagen' gab er Millionenvon Jugendlichen mit auf deren Weg.




Wer den Zeitungsartikel, den ich zu unserer Reise verfasst habe, lesen möchte, kann dies hier tun: