copyright by Gerlinde F. Bauer, Oberviechtach
Lieber Gott,

manchmal fühle ich mich wie ein Blatt im Wind. EinBlatt, zu leichtgewichtig in der Bedeutung, dass es jeden noch soleichten Windhauch verspürt und sich wehrlos in verschiedene Richtungentreiben lassen muss.

Dann wiederum komme ich mir vor wie ein Stein. Schwer und bewegungslos, irgendwo von irgendwem hingeworfen.

Dochspüre ich dann auch deine grenzenlose Liebe, deine Hand die ichergreifen kann um aufzustehen, mich festzuhalten und mit deiner Stärkewieder meinen Weg gehen kann.

Wenn ich dann wieder die Kraftdeiner Liebe spüre, ist auch die Hoffnung wieder da und ich weiß genau,dass aus mir jetzt unbedeutender Raupe in deinem Reich einfarbenfroher, leichter und schwebender Schmetterling wird.



geschrieben 04/2008 - aber immer wieder aktuell

Kreuz im Speisesaal St. Paulus Leitershofen
Mein tägliches Brot

In meinen Träumen
begleitet mich Gott
immer

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft vereinen sich

Kommt Gott
in seiner unendlichen Güte
lade ich ihn ein
in mein Heim zu treten

Gott hat mir alles geschenkt
ich lebe
und kann lieben

Mein tägliches Brot
HOFFNUNG



verfasst am 31.12.2008 während der Schweigeexerzitien im Haus St. Paulus in Leitershofen
inspiriert durch den Stil von Rose Ausländer


Speisesaal St. Paulus Leitershofen
Momentaufnahme am 31.12.2008 beim nachmittäglichen Kaffee während der Schweigeexerzitien im Haus St. Paulus/Leitershofen


Im verwaisten Speisesaal sitzen ein paar Frauen, knapp eine Handvoll. Getrennt voneinander sitzend, jede mit sich beschäftigt.

Eine Frau liest in einem Buch, die andere schreibt zu einer Bildmeditation, die nächste genießt ganz einfach ihren Kaffee und ich schreibe dies hier auf.

Jede für sich
an einzelnen Tischen
alleine ...

... und doch vereint im Schweigen und in der Liebe zu Gott.



aufgenommen Kirche Sankt Stephan Bamberg
Gottes Wunder und meine Fragen dazu

Gott hat uns viele Wunder geschenkt.
Eines der größten davon ist wohl die Fähigkeit zu denken und selbst zu entscheiden.

Leider denkt und entscheidet der Mensch oft falsch und hierzu habe ich einige Fragen:

Warum genießen wir nicht einfach das Wunder Sonne,
anstatt sie durch falsches Umweltbewusstsein zum zeitweiligen Gegner der Menschen zu machen?

Warum schimpfen wir so oft über Wind und Wetter,
anstatt zu akzeptieren, dass es auch mal stürmen muss?

Warum gehen wir so verantwortungslos mit dem kostbaren Wasser um, anstatt die immer weniger werdenden Quellen zu schützen?

Warum erfreuen sich so wenige am wärmenden Feuer, und warum werden immer mehr Brände gelegt, welche Natur und Menschen vernichten?

Wann werden wir uns wieder bewusst, was wir Mutter Erde zu verdanken haben?

Werden es die Menschen schaffen, noch zu Lebzeiten aus Dankbarkeit gegenüber Gottes Wunder wieder vernünftig zu werden, oder spricht die Vernunft zu jedem erst im Angesicht des Todes?


frei nach dem Thema des Sonnengesangs von Franz von Assisi
geschrieben 2007 für den Vortrag bei Musik & Lyrik


gezeichnet und zur Verfügung gestellt von Christina Dietl
Das Gebet des alten Mannes


Der alte Mann, einst als Dorfbub aufgewachsen, schreibt seine Memoiren. Es ist schon nachts, als er zum großen Kapitel Dankbarkeit kommt. Er hält innen und faltet die Hände zum Gebet:


Lieber Gott,

ich danke dir, dass ich in einer intakten Familie aufwachsen durfte. Ich erinnere mich gerne an unser kleines Dorf, umgeben von reichen Wäldern und satten, grünen Wiesen - umhüllt von klarer, sauberer Luft.

Gefahrlos konnten wir Buben und Mädchen in der Natur spielen. Der Bach führte reines, trinkbares Wasser und die Tiere waren unsere Freunde.

Damals wussten wir auch noch nicht viel über das Aussterben von manchen Tierarten, über sauren Regen, ein Ozonloch und den Hass, den Menschen untereinander verbreiten können.

Lieber Gott, ich danke dir für diese unbeschwerten Jahre mit einer intakten Natur und ich bitte dich, hilf uns Menschen, die Natur und uns untereinander wieder mehr zu schätzen.

geschrieben 2007 für den Vortrag bei Musik & Lyrik


aufgenommen auf der Fähre nach Elba


        Die Liebe Gottes

Neulich hörte ich den Satz:
Die Liebe ist eine Speise, mit Honig gesÌßt und mit Dornen gewÌrzt.

Auch die Liebe Gottes lÀsst uns immer und immer wieder seine sÌße Milde spÌren. Und ist nicht Gottes Sohn aus Liebe zu uns mit Dornen gekrönt worden?

VerspÌre ich auch oft das Leben und die Sorgen im Alltag wie ein Rosenbeet, in dem plötzlich alle BlÀtter und BlÌten abgefallen und nur noch die Dornen zu sehen sind, so ist meine Seele doch von Dankbarkeit erfÌllt, hier stehen - erleben - und sehen zu können.

Ist es nicht auch die Liebe Gottes zum Menschen, ihn auch mal in schwierige Situationen oder persöhnliche Krisen zu versetzen, aus der er dann mit eigener Kraft - die auch von Gott geschenkt ist - wie ein SchiffbrÌchiger im letzten Moment davon rudern kann?

Welche Seele hat noch nicht mit seinem Ruderboot mit knapper MÃŒh' und Not die Klippen einer Katastrophe umschifft? Wer kann sich nicht dran erinnern, wie dankbar man danach fÃŒr jeden Sonnenstrahl und jeden Tropfen des Leben spendenden Wassers ist?

Gottes Liebe ist dieser Leben spendende Wassertropfen,
der letzte Sonnenstrahl vor der dunklen Nacht,
der leuchtende Stern am nÀchtlichen Himmel,
das wÀrmende Feuer im Ofen ...

... fÃŒr mich

... und auch fÃŒr dich.

geschrieben 2007 für den Vortrag bei Musik & Lyrik


Kirche Niedermurach
Was ist eigentlich Kirche?


Kirche ist unmodern!
Kirche brauche ich nicht!
Beten kann ich auch zuhause!

Diese und andere Aussagen sind heutzutage leider völlig normal, eher die Regel als die Ausnahme.



Aber was ist Kirche eigentlich?

Ist sie nur das GebÀude, in dem die Gottesdienste gefeiert werden?
Ist sie nur ein Punkt auf der Lohnsteuerkarte, wenn man bei den AbzÃŒgen Kirchensteuer liest?
Oder ist sie nur die Institution, die Gebote und Verbote ausspricht und das zÌgellose Verhalten mancher Menschen einzuschrÀnken versucht?

WÀre es so, wÀren wir wohl ohne Kirche wirklich besser dran!

Aber Kirche ist etwas anderes!
Kirche, das sind wir alle. Menschen vereint im Gebet.
Menschen, die sich ehrlichen Herzens Frieden wÃŒnschen. Menschen, die nicht nur im Gotteshaus Christ sind, sondern es vorleben.
Menschen, die fÃŒr einander da sind.
Menschen, die Gefallenen aufhelfen und sie nicht wegstoßen.

Also eigentlich Menschen wie DU und ICH .....

geschrieben 2008 für den Vortrag bei Musik & Lyrik


an der Baderkapelle zw. Weidenthal u. Guteneck
Zutaten gegen das Vergessen

eine große Portion Aufmerksamkeit
einen klaren Blick für den Augenblick
mit jedem Atemhauch Dankbarkeit
ein Schatzkästchen gefüllt mit Glaube, Liebe und Hoffnung
eine Prise Humor
einen großen Löffel Einsicht
Momente des Innehaltens und Schweigens
ein Terminkalender gefüllt mit Zeit für Gott

geschrieben 2008 während der Schweigeexerzitien in St. Paulus