Oberviechtach ist mein Geburts- und Heimatsort. Mit 19 Jahren bin ich weggezogen und mit 42 Jahren dann wieder zurück gekommen. Diese Seite will ich nach und nach mit Informationen in Wort und Bild füllen, um den Besuchern Oberviechtach näher zu bringen.

O B E R V I E C H T A C H

Oberviechtach liegt an der Bundesstraße 22 (1938 gebaut), welche auchOstmarkstraße genannt wird und gehört zu einem von sieben bayerischenRegierungsbezirken, der Oberpfalz und hat knapp über 5000 Einwohner.Wegen der relativ günstigen Preise wird Oberviechtach hauptsächlich vonFamilien mit Kindern besucht. Auch die Nähe zu Tschechien, ca. 35 kmbis zur Grenze, ist mit Sicherheit ein Anreiz.

Obwohl es historisch nicht ganz nachweisbar ist, werden in denverschiedensten Veröffentlichungen über Oberviechtach und auch imHeimatkundeunterricht der Schulen, die sieben Einödhöfe genannt, ausdenen um 970 Oberviechtach bestanden haben soll. Dies sind:
Ödgünzelsried, Ödkornhäusl, Schlüsselhof, Kehrbrunnen, Wutzlhof, Hahnau und Pregelgarten.

Kurzer historischer Überblick - die wichtigsten Daten

1130 fand die Gemeinde erstmals urkundliche Erwähnung. Es gabverschiedene Schreibweisen wie: Vietach, Viechtach, Vitahe undFichtach. Der Zusatz Ober wurde erst in der Neuzeit hinzugefügt, damit es eine Unterscheidung zu Viechtach in Niederbayern gibt.

Im 14. Jahrhundert
gab es das erste Siegel in Form einesDreieckschildes. Es war eine Fichte mit Früchten. Die Fichte ohne dieFrüchte wird heute noch als Stadtwappen geführt.

1422 und 1432 wurde Oberviechtach von den Hussiten zerstört und gebrandmarkt.

1912
gab es die erste Ausgabe der Heimatzeitung Die Grenzwarte.

1952
wird der Markt Oberviechtach zur Stadt erhoben.

1961 wird Oberviechtach eine Garnisonsstadt. Heute noch findet man hier das Panzergrenzbataillon 122.

1967 Oberviechtach erhält das Prädikat Staatlich anerkannter Erholungsort.

Land und Leute

Die Oberpfalz ist neben Niederbayern mit Sicherheit eine derkonservativsten Gegenden Bayerns. Hier wird noch sehr viel Wert aufUrsprüngliches, Brauchtum, Anstand und Sitte gelegt. Die Menschen sindrau, aber herzlich. Die Gegend bietet viel Natur, aber recht wenigArbeitsplätze. Deshalb wandern immer mehr junge Leute ab undOberviechtach wird mehr und mehr zu einer Rentnerstadt. Dabei hat Oberviechtach eine Vielzahl an Vereinen zu bieten.

Berühmte Persönlichkeiten der Stadt

Der wohl berühmteste Sohn der Stadt ist Johann Andreas Eisenbarth,bekannt als Dr. Eisenbarth. Er wurde 1663 in Oberviechtach geboren undzu der Zeit einer der bekanntesten und berühmtesten Ärzte, die durchdas Land zogen. Es wurde auch ein so genanntes Spottlied über ihnverfasst, welches wie folgt beginnt: Ich bin der Doktor Eisenbart, Widewidewid, bumbum! DasAuftreten von Dr. Eisenbarth ist heute in mehr als 100 Ortennachweisbar und bisher sind elf Privilegien bekannt, die ihm erteiltwurden. Er gilt nicht nur als erfolgreicher Arzt, sondern war auch einMeister der Werbung und Selbstdarstellung. Das Eisenbarth-Elixier istmittlerweile ein Markenartikel von Oberviechtach und in den Apothekenerhältlich. Es gilt auch als gerne gesehenes Mitbringsel

Pater Gregor (Georg) Adam Zahlwein, ein anerkannter Hochschulprofessorund Wissenschaftler wurde 1712 in Oberviechtach geboren. Er hat unteranderem eine große, vierbändige Abhandlung über die Grundlagen desallgemeinen und besonderen deutschen Kirchenrechts geschrieben, welche1761 erschienen und 1781 in zweiter Auflage herausgebracht worden ist.

Pater Balthasar Knellinger wurde 1634 in Oberviechtach geboren und istein Barockprediger gewesen. Er hat ein umfangreiches Schrifttumhinterlassen.

Florian Sigmund Maximilian von Miller auf Altammerthal und Fronhofenist weit über die Grenzen seiner Heimat bekannt. Er wurde 1666 oder 1668 in Amberg als zweitältester Sohn des späteren leuchtenbergischen Kanzlers Johann Jakob Miller geboren. 1960 wurde er Pfarrer in Oberviechtach. 1705 schließt er sich den Aufständischen gegen die Österreicher an und wurde Stadtkommandant von Cham. Er wurde wurde verhaftet und abgeurteilt und kehrte nicht mehr nach Oberviechtach zurück.  

In Oberviechtach und in der näheren Umgebung gibt es viele Freizeit-und Sportmöglichkeiten. Wer wandern oder Fahrrad fahren möchte, kanndies auf einem Wander-/Fahrradweg bis nach Tschechien hinein.Im Haus des Gastes in Oberviechtach gibt es einen Aufenthalts-, Lese-und Fernsehraum, Video und eine Teeküche. Man kann sind verschiedenenFreizeitclubs oder eine Musikgruppe anschließen. Wer sich in die gutealte Zeit zurückversetzen lassen möchte, kann es einmal mit Goldwaschenversuchen. Hierzu gibt es eine Führung, wo man auch sein„Goldwäscherdiplom“ machen kann.
Gerade im Sport gibt es in Oberviechtach und in der näheren Umgebungsehr viele Vereine. Sportmöglichkeiten, um auch im Urlaub fit zubleiben sind Angeln, Badminton, Damengymnastik, Eisstockschießen,Fußball, Karate, Jujutsu, Kegeln, Minigolf, Fahrradfahren, Reiten,Schießsport, Schwimmen, Ski fahren (Alpin und Langlauf), Skigymnastik,Sommerstockschießen, Squash, Tennis, Tischtennis und Volleyball. Einenicht ganz alltägliche Sportart ist das Bogenschießen.

Sehenswürdigkeiten

Zu den Hauptsehenswürdigkeiten zählt mit Sicherheit der Marktplatz von Oberviechtach mit dem Brunnen und dem Maibaum. Die Burg Murach,im 4 km entfernten, zu Oberviechtach gehörenden Obermurach, ist einweiteres beliebtes Ausflugsziel für Erwachsene und Kinder. Nicht nurdie Burganlage, sondern auch die Aussicht überzeugt.
Des Weiteren gibt es in Oberviechtach und der näheren Umgebung einigeKirchen und Kapellen zu besichtigen und einen Denkmal Wanderweg.
Das Heimatmuseum, früher das Dr.-Eisenbarth-Museum, wurde 2005 errichtet und öffnet 2006 zum ersten Mal seine Pforten.

Regelmäßige Veranstaltungen

Einjährlicher Höhepunkt ist das Dr.-Eisenbarth-Festspiel, in dem dieGeschichte des Dr. Eisenbarth nacherzählt wird. Auf der Seite des Festspielvereins findet man hierzu zahlreiche Informationen zum Spiel, zu Dr. Eisenbarthund seiner Geschichte und auch das komplette Spottlied.
Das jährliche Bürgerfest im Juli, welches zwei Tage lang dauert, findet auch immer größeren Zuspruch.
In Oberviechtach finden auch noch mehr regelmäßige Feste, Feiern undMärkte statt. Dies sind zum Beispiel das Volksfest, die Poolparty desJugendforums, die Waldweihnacht, das Burgfest auf der Burg Murach, dieFrühlings-, Pfingst-, Michaeli-, Christkindl-, Wochen- und Flohmärkte.

einige Fotos von Oberviechtach

Burg Murach bzw. Haus Murach

Manchmal braucht es keine weiten Wege, um historische Stätten zubesichtigen und sich gleichzeitig an der Natur zu erfreuen. Deshalb besuche ich immer mal wieder unsere Burgruine Obermurach, auch HausMurach bzw. Burg Murach genannt, meist wenn mit Freunden, die diese noch nicht gesehen haben.

Lage:
Ca. 4km von Oberviechtach entfernt, liegt das Dorf Obermurach, welches aberquasi (auch der Postleitzahl nach) zu Oberviechtach gehört. NachOberviechtach bzw. Obermurach kommt man mit dem Auto folgendermaßen:

Von der Autobahn A93 fährt man bei der AusfahrtNabburg/Schönsee/Obervie chtach ab, in Richtung Oberviechtach/Schönsee.Nun bleibt man immer auf der gleichen Straße, kommt auch mal durcheinen kleinen Ort (Unteraich) und nach ca. 20 km steht man vor einemStopschild.
Hier geht es links nach Weiden, geradeaus nach Teunz und rechts in dieRichtung Oberviechtach/Cham. Wenn man rechts abgebogen ist, befindetman sich auf der Bundesstrasse 22, der sogenannten Ostmarkstrasse.Jetzt fährt man so lange, bis es rechts nach Oberviechtach geht(einige, wenige Kilometer). Da es rechts nur eine einzige Einfahrt nachOberviechtach gibt, alle anderen gehen aus dieser Richtung links rein,kann man sie gar nicht verfehlen.
Nach dem man nun rechts abgebogen ist, geht es an der nächsten Kreuzunglinks nach Oberviechtach und rechts nach Obermurach. Nach ca. 3,5 kmbiegt man links nach Obermurach ab und fährt einen ziemlich steilenBerg hinauf.
Ungefähr auf der Mitte des Berges, die Hausnummer 58, findet man dasHaus des Burgwartes, wo man sich den Schlüssel für die Burgruine holenkann. Kurz bevor es eine Rechtskurve gibt und noch steiler hinauf geht,kann man sein Auto abstellen und zu Fuß weiter gehen. Dazu sollte manaber fit sein. Ansonsten kann man bis kurz vor der Burg hinauffahrenund sein Auto auf einem Mini-Parkplatz abstellen.

Kommt man nicht von der Autobahn, sondern aus Richtung Weiden befindetman sich bereits auf der B 22 und folgt dem eben beschriebenen Weg.

Kommt man aus der Richtung Cham, ist man auch bereits auf der B 22, nur aus der anderen Richtung kommend.

Wer in Oberviechtach wohnt, oder dort Urlaub macht und eine guteKondition hat, kann von sich von dort aus auch mit dem Fahrrad oder zuFuß auf den Weg machen. Es gibt einen sehr schönen, gut ausgebautenWander-/Fahrradweg, der sich immer größerer Beliebtheit erfreut.


Öffnungszeiten und Eintrittspreise:
Die Burg kann ganzjährig besichtigt werden. Wie schon erwähnt, kannbeim Burgwart der Schlüssel abgeholt werden. Natürlich ist nicht immergewährleistet, dass da auch jemanden zu Hause ist und manchmal stehtdie Burg sowieso offen. Deshalb ist es nie schlecht, sich inOberviechtach beim Fremdenverkehrsamt im Rathaus, Nabburger Str. 2 oderbei seinen Quartiergebern nach dem Namen und der Telefonnummer zuerkundigen. Im Prinzip kennen fast alle Oberviechtach Name undTelefonnummer und sind auch zu einer Auskunft bereit.

Erwachsene zahlen 0,50 Euro und Kinder zahlen 0,25 Euro. Das ist also mehr als günstig.


Verpflegung:
Im Ort Obermurach gibt es nur ein einfaches Dorfgasthaus und das hatauch nicht immer geöffnet. Deshalb ist zu empfehlen, sich Getränke undEssen mitzubringen. Im Burghof gibt es eine Bank, die zum rasteneinlädt und bei warmen Wetter kann man sich auch unbedenklich auf demRasen und unter den zahlreichen Bäumen niederlassen.


Geschichte der Burg in Jahreszahlen:
1110 wird die Burg zum ersten Mal geschichtlich erwähnt und zwar unter dem Namen Gerounc de Mourach.
1188 erben die Grafen von Ortenburg die Burg.
1272 wird die Burg an den oberbayerischen Herzog Ludwig verkauft.
1329 gehört sich plötzlich den pfälzischen Wittelsbachern.
1353 wird sie von Kaiser Karl IV. wieder in die Oberpfalz eingegliedert.
1428 und 1433 wird die Burg von den Hussiten belagert, konnte jedoch nicht erobert werden.
Seit 1842 gehört sie, gerichtlich abgesichert, endgültig zu Bayern.


Das Innere der Burg:
Wenn man das Eingangstor durchschritten hat, steht man in einemziemlich großen Vorhof, wo sich auch ein kleines Steinhäuschenbefindet. Hier sieht man auch noch restliche Mauern von Nutz- undWohnräumen.
Der etwas höher gelegenere Teil ist die sogenannte Kernburg. Hierzugeht man eine kleine Treppe hoch und durch einen Bogen durch (sieheBild). Hier findet man auch den Bergfried, der ca. 8,5 m hoch ist undeinen großen Getreidekasten.


Aktivitäten:
Einmal im Jahr findet auf der Burg das Burgfest statt. Hier geht esaber weniger um die Burg und mehr um das Feiern. In meiner Jugendzeithab ich auf diesen Festen schon einige Alkoholleichen rumliegen sehen.

Ab und an wird die Burg auch von Gruppen gebucht, die ihren Ritter-Rollenspiele dort ausleben.


Umgebung:
Steht man auf dem Turm der Burg hat man einen guten Überblick über dieUmgebung. Man sieht Oberviechtach, einige Dörfer und viel Landschaft(Wald, Felder und Wiesen). Überhaupt ist bzw. war die Burg nicht nurdurch Mauern, sondern auch durch dichte Wälder geschützt.


Fazit:
Es mag mit Sicherheit interessantere und größere Ausflugsziele geben. Aber einen Abstecher ist die Burgruine allemal wert.

Oberviechtach - Stadtpfarrkirche St. Johannes der Täufer

Die Pfarrkirche ist nach Johannes dem Täufer benannt. Sie stammt aus dem Jahr 1689. 1775 und 1776 wurde sie jedoch umgebaut und umgestaltet. Im 20. Jahrhundert wurde sie zu klein und deshalb wurde sie in den Jahren 1963 bis 1965 erweitert. Die ursprünglich gotische Anlage kann man von aussen anhand des Langhauses und des Chores erkennen.